Die Tore von Candia

Heraklion

Tor des Heiligen Georg oder Lazarett-Tor
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Das Tor des Heiligen Georg liegt an der Ostseite der venezianischen Stadtmauer von Heraklion, unterhalb des heutigen Eleftherias-Platzes und nahe dem Denkmal für Eleftherios Venizelos. Es gehörte zu den wichtigsten Stadttoren Candias und bildete den Hauptausgang zu den östlichen Provinzen Kretas.

Das Tor wurde zwischen 1562 und 1566 an der Nordseite der Vitturi-Bastion errichtet, die auch als Bastion des Heiligen Eleftherios bekannt war. Der Entwurf stammt vom bedeutenden venezianischen Militäringenieur Giulio Savorgnan, der entscheidend an der Planung der neuen Befestigungsanlage Candias beteiligt war.

Neben seiner Bezeichnung als Tor des Heiligen Georg war es auch als Lazarett-TorMaroulas-Tor, weil es das gleichnamige Vorstadtviertel erschloss, das sich außerhalb der Mauern im Bereich des heutigen Kapetanakio-Schulkomplexes entwickelte.

Der überwölbte Gang ist etwa 45 Meter lang und verläuft unter dem Eleftherias-Platz. Der innere Eingang öffnete sich zur Stadt, während der äußere Ausgang zum Festungsgraben und zur heutigen Ikarou-Allee führte, nahe der ehemaligen Kastrinakis-Mehlmühle.

Die monumentale Renaissancefassade auf der Stadtseite war reich mit Wappen, plastisch gearbeiteten Löwen und Inschriften venezianischer Amtsträger geschmückt. Über dem Eingang befand sich ein rundes Marmorrelief mit dem Heiligen Georg zu Pferd, das dem Tor seinen Namen gab. Das Relief blieb erhalten und wird heute im Historischen Museum von Kreta aufbewahrt.

Auf der Außenseite ist über dem Eingang eine Reliefinschrift mit der Jahreszahl 1565 und dem Namen des venezianischen Generalkapitäns Paolo Zorzi erhalten. In der Nähe des äußeren Ausgangs wurde außerdem der osmanische Chanialis-Brunnen aufgestellt. Er stammt aus dem Jahr 1709 und wurde von einem ehemaligen osmanischen Herrenhaus in Heraklion hierher versetzt.

Im Jahr 1917 wurde die aufwendig gestaltete Innenfassade abgerissen, um die heutige Dimokratias-Allee anzulegen und den Verkehr zu erleichtern. Erhalten blieben lediglich ein Teil des Gewölbegangs und das schlichtere Rundbogentor auf der Seite des Festungsgrabens. Der verbliebene Gang wurde später durch Aufschüttungen und die Umgestaltung des Eleftherias-Platzes überdeckt und lag viele Jahre unterhalb seines heutigen Niveaus verborgen.

Zu Beginn der 2000er-Jahre wurde das Tor freigelegt, restauriert und wieder zugänglich gemacht. Seit Dezember 2025 dient es erneut als bewachter öffentlicher Durchgang zwischen dem Eleftherias-Platz und der Ikarou-Allee. Gleichzeitig wird die Galerie für wechselnde Foto- und Kunstausstellungen sowie weitere kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Weitere Informationen

Ort: Präfektur Heraklion
Epoche: Venezianische Epoche (1204 n.Chr. - 1669 n.Chr.)

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