
Kissamos-Stadt (Kastelli)
Kissamos, auch Kastelli genannt, ist der Hauptort der Provinz Kissamos und liegt am inneren Ende der Bucht von Kissamos, 36 km westlich von Chania.
Kissamos, das unter seinem früheren Namen Kastelli weiterhin weithin bekannt ist, bildet das wirtschaftliche und kommerzielle Zentrum der Provinz Kissamos. Die Gemeinde Kastelli hatte bei der Volkszählung von 2021 insgesamt 4.321 ständige Einwohner. Die örtliche Wirtschaft beruht auf der Landwirtschaft, insbesondere auf der Herstellung von Olivenöl und Wein, sowie auf Handel und Tourismus.
Trotz der touristischen Entwicklung hat Kissamos weitgehend den Charakter einer lebendigen kretischen Kleinstadt bewahrt. Besucher können den Alltag der Bewohner, die regionale Küche und die Traditionen der Provinz kennenlernen. Zugleich eignet sich die Stadt hervorragend als Ausgangspunkt für Ausflüge in den äußersten Westen Kretas.
Kissamos verfügt über Geschäfte, öffentliche Einrichtungen, ein Gesundheitszentrum, Restaurants und eine angenehme Strandpromenade. Vom Hafen verkehren, abhängig von der Jahreszeit und dem jeweils geltenden Fahrplan, Fähren nach Antikythera, Kythera, Gythio und Piräus. Während der Tourismussaison fahren außerdem Ausflugsschiffe zur Insel Gramvousa und zur berühmten Lagune von Balos.
Sehenswürdigkeiten
An der Küste der Stadt liegt der Strand Telonio, unmittelbar neben der Fußgängerpromenade mit ihren Cafés und Restaurants. Weiter westlich befindet sich der sandige Strand Mavros Molos, einer der beliebtesten Strände von Kissamos.
Das Archäologische Museum von Kissamos befindet sich im denkmalgeschützten ehemaligen Verwaltungsgebäude am Platz Stratigou Tzanakaki. Seine Ausstellung zeigt die Geschichte der Region von der Vorgeschichte bis in die frühchristliche Zeit. Zu den eindrucksvollsten Exponaten gehören die gut erhaltenen Mosaikböden aus den griechisch-römischen Villen des antiken Kissamos.
Die Skalidi-Straße, der alte Markt der Stadt, bewahrt zwischen kleinen Geschäften und Cafés mehrere traditionelle Gebäude mit charakteristischen Bögen. Etwa 1,5 km vom Zentrum entfernt liegt Limni, der malerische alte Fischerhafen mit seinen Fischtavernen. Zwischen dem Fischerhafen und dem größeren Handelshafen befindet sich die kleine, in eine Felshöhlung gebaute Kirche Agios Ioannis Damialis. Ein kurzer Durchgang unter der Straße führt zum Strand Damialis, einer kleinen Kieselbucht mit klarem Wasser.
Geschichte
Die heutige Stadt wurde an der Stelle des antiken Kissamos errichtet, dessen vorgriechischer Name über die Jahrhunderte erhalten blieb. Plinius erwähnte die Stadt als Cisamon, während Ptolemäus sie als Stadt Kissamos verzeichnete. Besonders während der römischen Zeit erlebte die Siedlung eine Blüte und entwickelte sich zu einem bedeutenden Hafen im Westen Kretas.
Unter der modernen Stadt wurden zahlreiche Überreste des römischen Kissamos entdeckt, darunter Thermen, Villen mit Mosaikböden, Werkstätten, Friedhöfe und Teile eines Aquädukts. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts beschrieb der venezianische Reisende und Altertumsforscher Onorio Belli die Ruinen eines Theaters und eines Amphitheaters. In der weiteren Umgebung wurden auch ältere Funde entdeckt, während die örtliche Überlieferung einzelne Stätten mit Agamemnon und den Mykenern verband.
Während der ersten byzantinischen Periode behielt Kissamos seine Bedeutung und wurde Sitz eines Bistums. In der zweiten byzantinischen Periode wurde der Bischofssitz ins Landesinnere in das heutige Episkopi verlegt, vermutlich um ihn besser vor Angriffen vom Meer zu schützen.
Während der venezianischen Herrschaft entwickelte sich rund um das Castel Chissamo eine Siedlung, die als Kastelli bekannt wurde. Die Festung besaß einen unregelmäßigen fünfeckigen Grundriss und umfasste Kasernen, Gefängnisse, Kirchen und einen Brunnen. Sie wurde durch Angriffe und Erdbeben mehrfach beschädigt und auch während der osmanischen Herrschaft weiter genutzt.
Kissamos und die gesamte gleichnamige Provinz beteiligten sich aktiv an den kretischen Aufständen gegen die osmanische Herrschaft. Auch während des Zweiten Weltkriegs leisteten zahlreiche Einwohner Widerstand gegen die deutsche Besatzung.
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Strand Falassarna

Die Gramvousa Insel

Strand Mavros Molos auf Kissamos

Strand Livadia, Kissamos

Wanderweg E4 Kissamos - Polirinia - Sfinari

Strand Telonio

Strand Damialis
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