Während der venezianischen Herrschaft befand sich im Stadtviertel Agia Triada, hinter dem ehemaligen Gemüsemarkt von Heraklion, das orthodoxe Frauenkloster Panagia Akrotiriani. In venezianischen Quellen wird es als Monasterio Greco Madonna Acrotiriani bezeichnet. Es war ein Metochion, also ein abhängiges Klostergut, des Klosters Panagia Akrotiriani, des heutigen Klosters Toplou bei Sitia.
Die Gründung des Metochions erfolgte wahrscheinlich zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Seine Existenz ist für die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts sicher belegt. Der Klosterkomplex war von einer hohen und starken Umfassungsmauer umgeben und erscheint auf venezianischen Karten Candias als bedeutender Orientierungspunkt.
Nach einer Quelle aus dem Jahr 1671 war die Hauptkirche des Klosters dem Heiligen Johannes dem Theologen geweiht. Innerhalb des Komplexes befand sich außerdem eine zweite Kirche, die dem Heiligen Petrus gewidmet war. Bei archäologischen Untersuchungen unter dem späteren Gebäude wurden Reste der Klosteranlage und Teile der Hauptkirche festgestellt.
Nach der Einnahme Candias durch die Osmanen im Jahr 1669 wurde das Kloster abgebrochen. An seiner Stelle entstand eine Kaserne für die örtlichen, sogenannten Yerli-Janitscharen. Der Bau wird mit dem osmanischen Amtsträger Turnacıbaşı Ahmed Agha in Verbindung gebracht. Innerhalb des Komplexes wurden außerdem eine kleine Moschee und ein osmanisches Bad eingerichtet.
Nach der Auflösung des Janitscharenkorps im Jahr 1826 wurde das Gebäude unterschiedlich genutzt. Es diente zunächst als Krankenhaus und später als muslimisches Waisenhaus und technische Schule für Waisenkinder. Während der Zeit des autonomen Kretischen Staates war hier die Tabakverwaltung untergebracht.
Anschließend wurde der Komplex als Tabakschneide- und Tabakverarbeitungsbetrieb genutzt. Diese Funktion stand mit dem Tabakanbau und Tabakhandel auf Kreta im 19. und frühen 20. Jahrhundert in Verbindung. In der Umgebung entstanden außerdem die heutige Kirche und die Grundschule von Agia Triada.
Das erhaltene Gebäude ist somit überwiegend ein osmanischer Bau mit zahlreichen späteren Veränderungen und nicht das ursprüngliche venezianische Klostergebäude. Es wurde von der zuständigen Behörde für byzantinische Altertümer restauriert und beherbergt heute Dienststellen der Altertümerverwaltung von Heraklion.
Frühere Planungen sahen vor, in dem restaurierten Gebäude ein Byzantinisches Museum einzurichten. Dieses Museum wurde jedoch bislang nicht eröffnet, und der Komplex wird gegenwärtig nicht als öffentlich zugängliches Museum betrieben.
Weitere Informationen
- Ort: Präfektur Heraklion
- Zugang: Asphaltstraße
- Epoche: Venezianische Epoche (1204 n.Chr. - 1669 n.Chr.)






Kloster Panagia Akrotiriani und Tabakfabrik von Heraklion 













































