Die historischen Brunnen

Heraklion

Priuli-Brunnen – Fontana Nuova
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Der Priuli-Brunnen, der auch als Fontana Nuova und Delimarkou-Brunnen bekannt ist, befindet sich in der Delimarkou-Straße hinter der Bodossakio-Schule und gegenüber dem venezianischen Dermatas-Tor. Er gehört zu den letzten bedeutenden öffentlichen Bauwerken, welche die Venezianer vor der Übergabe Candias an die Osmanen errichteten.

Der Brunnen entstand 1666 während der letzten Jahre der großen Belagerung von Candia, die von 1648 bis 1669 dauerte. Die osmanischen Belagerer hatten die Wasserzufuhr des Morosini-Aquädukts unterbrochen, das Wasser von den Quellen an den Ausläufern des Berges Giouchtas in die Stadt leitete. Dadurch verschärfte sich der bereits bestehende Wassermangel innerhalb der belagerten Stadt erheblich.

Der venezianische Generalprovisor der Streitkräfte auf Kreta, Antonio Priuli, entdeckte eine unterirdische Wasserader im Festungsgraben außerhalb der Bethlehem-Bastion. Das Wasser wurde bis zu einer Stelle gegenüber dem zur Küste führenden Dermatas-Tor geleitet, wo der neue Brunnen errichtet wurde.

Die Bezeichnung Fontana Nuova bedeutet „Neuer Brunnen“ und hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass die Anlage der letzte monumentale Brunnen war, den die Venezianer vor dem Fall Candias errichteten. Während der osmanischen Herrschaft wurde sie nach der Straße, an der sie steht, auch als Delimarkou-Brunnen bezeichnet.

Der Priuli-Brunnen ist ein hervorragendes Beispiel der Renaissancearchitektur. Seine monumentale Fassade wird durch vier Säulen und Pilaster mit korinthischen Kapitellen gegliedert und von einem Dreiecksgiebel bekrönt. Zwischen den architektonischen Elementen befinden sich Nischen und verzierte Flächen mit kunstvollen Reliefmotiven.

Im Zentrum der Fassade befindet sich eine osmanische Inschrift, in der Hüseyin Gazi Pascha erwähnt wird. Er veranlasste während der osmanischen Epoche, dass der Brunnen erneut mit Wasser versorgt wurde. Die Inschrift bezeugt die fortgesetzte Nutzung des Denkmals und seine späteren Veränderungen.

Die Brunnenfassade ist heute in die Nordwand ihres ehemaligen Wasserbehälters integriert. Sie liegt deutlich unter dem heutigen Straßenniveau und zeigt, wie stark sich das Bodenniveau der Stadt durch aufeinanderfolgende Bauphasen und die Ablagerung von Schutt im Laufe der Jahrhunderte erhöht hat.

Weitere Informationen

Ort: Präfektur Heraklion
Zugang: Asphaltstraße
Epoche: Venezianische Epoche (1204 n.Chr. - 1669 n.Chr.)

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