
Die historischen Brunnen von Heraklion
Während der venezianischen Herrschaft gab es innerhalb der Mauern von Candia, dem heutigen Heraklion, zahlreiche Brunnen und Zisternen. Dennoch blieb der Mangel an ausreichend sauberem, fließendem Trinkwasser eines der größten Probleme der Stadt. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde der Bembo-Brunnen errichtet, durch den erstmals Quellwasser nach Candia geleitet wurde. Eine wesentlich umfassendere Lösung schuf später der venezianische Generalprovisor Francesco Morosini mit dem Bau eines etwa 15 Kilometer langen Wasserversorgungssystems. Das Aquädukt leitete Wasser aus den Quellen im Gebiet von Archanes und am Berg Juktas bis in das Zentrum der Stadt. Dort endete es am berühmten Morosini-Brunnen auf dem heutigen Löwenplatz, der 1628 eingeweiht wurde.
Nach der osmanischen Eroberung Candias wurden zahlreiche weitere Brunnen errichtet, um die Einwohner und vorbeikommende Reisende mit Trinkwasser zu versorgen. Dazu gehörten auch die sogenannten Sebils, öffentliche Wohltätigkeitsbrunnen, die nach islamischer Tradition kostenlos Wasser bereitstellten. Viele venezianische und osmanische Brunnen wurden bei späteren Eingriffen in das Stadtbild zerstört oder stark verändert. Die erhaltenen Anlagen zählen heute jedoch zu den bedeutenden historischen und architektonischen Denkmälern Heraklions.
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