Der Ibrahim-Baba-Brunnen befindet sich in der Almyrou-Straße, etwas nördlich des Theotokopoulos-Parks und nahe der Handelskammer von Heraklion. Es handelt sich um einen kleinen, aber besonders interessanten osmanischen Brunnen, der schwere Schäden erlitten hat und von Passanten leicht übersehen wird.
Der Brunnen war in die westliche Außenwand des Gebäudekomplexes des Ibrahim-Baba-Tekke eingelassen. Ein Tekke war ein Ort des Gebets, der Unterbringung und der Zusammenkunft für Angehörige eines muslimischen mystischen Ordens. Dieses Kloster war mit dem sufischen Halveti-Orden verbunden, der im osmanischen Candia tätig war.
Der größte Teil des Gebäudekomplexes ist eingestürzt. Erhalten ist vor allem jener Abschnitt der Mauer, in den der Brunnen eingebaut wurde. Unmittelbar neben dem Denkmal befindet sich eine archäologische Grabungsstätte mit Bauresten aus früheren Siedlungsphasen des Gebietes.
Die Nische des Brunnens wird von Pfeilern und vorgeblendeten Pilastern mit dorisierenden Kapitellen eingerahmt, die einen Bogen tragen. Am Scheitel des Bogens befindet sich ein reliefierter Schlussstein mit pflanzlicher Verzierung. Die dreieckigen Zwickel sind mit einem Reliefmuster geschmückt, das an geflochtene Matten erinnert.
Der ursprüngliche Wasserauslauf und mehrere Teile des aufwendigen Reliefschmucks sind nicht erhalten geblieben. Historische Fotografien zeigen, dass der Brunnen einst weitere dekorative Elemente und Inschriften besaß, die zu einem unbekannten Zeitpunkt entfernt wurden oder verloren gingen.
Trotz seines schlechten Erhaltungszustands ist der Ibrahim-Baba-Brunnen ein bedeutendes Überbleibsel des osmanischen Heraklion. Zugleich erinnert er an einen religiösen Gebäudekomplex, der nahezu vollständig aus dem heutigen Stadtbild verschwunden ist.
Weitere Informationen
- Ort: Präfektur Heraklion
- Zugang: Asphaltstraße
- Epoche: Osmanische Epoche (1669 - 1898)






Ibrahim-Baba-Brunnen 

















































