Die Tore von Candia

Heraklion

Makasi-Galerie und Gedenkstätte des Widerstands
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Die Makasi-Galerie, auch als militärisches Martinengo-Tor bekannt, liegt unterhalb der gleichnamigen Bastion in der venezianischen Stadtmauer von Heraklion, gegenüber dem Kultur- und Kongresszentrum. Nach örtlicher Überlieferung leitet sich der Name Makasi von einem türkischen Ausdruck für „Schlüsselhüter“ oder „Torwächter“ ab, da hier vermutlich die Schlüssel zu den Toren des Großen Kastells aufbewahrt wurden.

Der überwölbte Militärgang ist etwa 110 Meter lang und verband das Innere Candias mit dem östlichen unteren Waffenplatz der Martinengo-Bastion. Die dort aufgestellten Geschütze kontrollierten den Festungsgraben und unterstützten die Verteidigung der benachbarten Bethlehem-Bastion. Vom unteren Platz führte ein zweiter überwölbter Gang, eine sogenannte Sortita, hinab zum Graben und ermöglichte militärische Bewegungen außerhalb der Hauptwege.

Obwohl es sich um einen militärischen Zugang handelte, erhielt das Tor zur Stadtseite eine monumentale Fassade. Die Martinengo-Bastion, eine der stärksten Anlagen der venezianischen Befestigung, wurde nach dem bedeutenden Militäringenieur Gabriele Tadino di Martinengo benannt, der 1519 die Gesamtaufsicht über die Befestigungsarbeiten auf Kreta übernahm.

Während der deutschen Besatzung erhielt die Galerie eine völlig andere und tragische Funktion. Die Besatzungstruppen nutzten sie als Sammel- und Haftort für Geiseln, Widerstandskämpfer und Zivilisten, bevor diese in Gefängnisse, Konzentrationslager oder zu Hinrichtungsstätten gebracht wurden.

In den frühen Morgenstunden des 15. Juni 1943 fand die als Große Blockade Kretas bekannte Verhaftungsaktion statt. Etwa 300 Einwohner Heraklions wurden festgenommen, rund 282 von ihnen in der Makasi-Galerie zusammengetrieben. Später wurden die Gefangenen nach Piräus, Thessaloniki und in das damals besetzte Zemun in Jugoslawien transportiert. Am 4. November 1943 brachte man viele von ihnen in das Konzentrationslager Mauthausen.

Im Frühjahr 1944 folgten weitere Verhaftungen. Hunderte jüdische und christliche Kreter wurden vor ihrer Deportation zeitweise in der Galerie festgehalten. Zu den anschließend von Kreta abtransportierten Gefangenen gehörten Angehörige der jüdischen Gemeinde der Insel, Widerstandskämpfer und italienische Kriegsgefangene.

Am 8. Juni 1944 verließ das von den Deutschen beschlagnahmte Dampfschiff Tanais den Hafen von Heraklion in Richtung Piräus. In seinen verschlossenen Laderäumen befanden sich mehrere hundert Gefangene. In den frühen Morgenstunden des 9. Juni wurde das Schiff nördlich von Kreta, während es in einem deutschen Geleitzug fuhr, vom britischen U-Boot HMS Vivid torpediert und sank innerhalb kürzester Zeit. Fast alle Gefangenen kamen ums Leben, darunter der größte Teil der historischen jüdischen Gemeinde Kretas.

Seit September 2026 dient die Makasi-Galerie dauerhaft als Gedenkstätte für Widerstand, Gefangenschaft und Deportation. Die Ausstellung zeigt historische Gegenstände, Fotografien und digitales Material über die Schlacht um Kreta, die deutsche Besatzung, den kretischen Widerstand, die Zerstörung der Märtyrerdörfer, die Deportationen und die Befreiung der Insel.

Weitere Informationen

Ort: Präfektur Heraklion
Epoche: Venezianische Epoche (1204 n.Chr. - 1669 n.Chr.)

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