Kritsa Dorf
Kritsa ist eine der bekanntesten traditionellen Kleinstädte Ostkretas. Der Ort liegt auf etwa 350m Höhe unterhalb des Hügels Kastellos und nur wenige Kilometer von Agios Nikolaos entfernt. Kritsa zeichnet sich besonders durch die gut erhaltenen Elemente des traditionellen kretischen Lebens und seiner Architektur aus.
Die engen, ansteigenden Gassen, blumengeschmückten Innenhöfe, alten Häuser, traditionellen Kaffeehäuser, Werkstätten für kretische Webwaren und kleinen volkskundlichen Sammlungen verleihen dem Ort den Charakter eines lebendigen Freilichtmuseums. Kritsa besitzt zudem eine lange Tradition in der Weberei und Volkskunst, die von den örtlichen Handwerkerinnen und Handwerkern bis heute bewahrt wird.
Die Siedlung steht historisch mit der nahe gelegenen antiken Stadt Lato in Verbindung, einer der bedeutendsten dorischen Städte Kretas. Es wird angenommen, dass ein Teil der Bevölkerung von Lato nach und nach in das Gebiet des heutigen Kritsa übersiedelte. Zur Herkunft des Ortsnamens gibt es verschiedene Erklärungen. Eine verbindet ihn mit einem frühen Siedler namens Kritsas, eine andere mit einer sprachlichen Veränderung des griechischen Wortes für Christus.
Kritsa spielte eine wichtige Rolle im Widerstand der Kreter gegen die osmanische Herrschaft. Im Januar 1823 fand in der Nähe von Lato die Schlacht von Kritsa statt, nach der die Siedlung von den Osmanen niedergebrannt wurde. Mit dem Dorf ist auch die legendäre Gestalt der Kritsotopoula namens Rodanthi verbunden, die nach der örtlichen Überlieferung in der Rebellengruppe von Kapitän Kazanis kämpfte und in einer Schlacht ums Leben kam.
Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Umgebung gehört die Kirche Panagia Kera, eines der bedeutendsten byzantinischen Denkmäler Kretas, das für seine außergewöhnlichen Wandmalereien bekannt ist. Wanderfreunde können die Kritsa-Schlucht erkunden, deren schmaler und eindrucksvoller Eingang sich etwas außerhalb des Ortes befindet.
Die besondere Atmosphäre von Kritsa zog auch Filmemacher an. Im Dorf wurden Szenen aus dem griechischen Film „I Neraida kai to Palikari“ sowie aus der Verfilmung des Romans „Christus wird wieder gekreuzigt“ von Nikos Kazantzakis unter der Regie von Jules Dassin gedreht.










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