
Religiöse Monumente
Hunderte verlassene Klöster, abgelegene Klosteranlagen und alte Einsiedeleien sind über ganz Kreta verteilt. Man findet sie in fruchtbaren Ebenen, in Bergdörfern und an den unzugänglichsten Küsten der Insel. Viele sind heute bedeutende religiöse und architektonische Denkmäler, selbst wenn nur noch die Hauptkirche, einige Mönchszellen oder Teile der früheren Befestigungen erhalten sind.
Die Ankunft des Heiligen Johannes des Einsiedlers auf Kreta trug zur Entwicklung einer bedeutenden asketischen Tradition bei, die bis heute fortbesteht. Einsiedler zogen sich in die entlegensten Gegenden der Insel zurück und gründeten kleine asketische Gemeinschaften, von denen sich einige später zu organisierten Klöstern entwickelten. Ein charakteristisches Beispiel ist das Kloster Katholiko auf der Halbinsel Akrotiri, wo Eremiten in Höhlen und natürlichen Felsunterständen lebten. Bedeutende klösterliche Gemeinschaften entstanden außerdem auf den abgelegenen Halbinseln Gramvousa und Rodopos.
Das größte Zentrum des asketischen Lebens auf Kreta entwickelte sich im schwer zugänglichen Asterousia-Gebirge. Höhlen, kleine Kirchen und Einsiedeleien bildeten eine einzigartige Klosterlandschaft, die sich vom Kloster Agios Nikitas und dem Kloster Koudoumas bis zum Kap Lithino erstreckte. Zu den bedeutendsten Denkmälern gehören die Kirche des Heiligen Antonius in Agiofarago und das Johanneskloster bei Kapetaniana.
Der Kontakt zwischen den Einsiedlern war häufig sehr eingeschränkt. Der Überlieferung zufolge versammelten sich die Eremiten aus der Agiofarago-Schlucht und der Martsalo-Schlucht einmal im Jahr in der Höhle Goumenospilios, um festzustellen, wer das Jahr überlebt hatte. Im Osten Kretas, insbesondere in der gebirgigen Provinz Mirabello, entstand ein weiteres ausgedehntes Netz kleiner Klöster und Einsiedeleien. Einige waren so klein, dass dort nur ein einzelner Mönch oder eine sehr kleine Gemeinschaft lebte.
Die verlassenen Klöster Kretas bewahren wertvolle Zeugnisse des religiösen Lebens, der örtlichen Architektur und der Geschichte der einzelnen Regionen. Auch wenn die Klostergebäude heute verfallen sind, werden ihre Kirchen häufig noch am Festtag ihres Schutzheiligen genutzt und bleiben eng mit den Traditionen der benachbarten Dörfer verbunden.


































































