Geschichte Kretas

Malia
Palast

Malia Palast
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Die archäologische Stätte von Malia liegt nahe der Nordküste Kretas, etwa 3km östlich der modernen Stadt, neben dem Feuchtgebiet und dem Strand von Potamos. Rund um den drittgrößten minoischen Palast der Insel entwickelte sich hier eine bedeutende Stadt.

Das Palastzentrum von Malia gehört als Bestandteil der seriellen Welterbestätte „Minoische Palastzentren“ zum UNESCO-Welterbe. Zu dieser Welterbestätte gehören außerdem Knossos, Phaistos, Zakros, Zominthos und Kydonia.

Der antike Name der minoischen Stadt von Malia ist bis heute nicht bekannt. Es wurden mehrere Gleichsetzungen mit Städten vorgeschlagen, die in antiken Schriftquellen erwähnt werden. Keine dieser Theorien konnte jedoch zweifelsfrei bestätigt werden.

Eine spätere mythologische Überlieferung brachte die Gegend mit Sarpedon in Verbindung, dem Bruder des Minos und Sohn von Zeus und Europa. Dem Mythos zufolge wurde Sarpedon von Minos vertrieben und fand in Lykien in Kleinasien Zuflucht. Seine Verbindung mit dem Palast von Malia beruht jedoch auf der Überlieferung und wird nicht durch Inschriften aus der Ausgrabungsstätte bestätigt.

Die minoische Stadt und der Palast

Das Gebiet von Malia war bereits in der Vorpalastzeit besiedelt. Der erste große Palast wurde um 1900 v. Chr. errichtet und um 1700 v. Chr. zerstört. Anschließend entstand über den älteren Bauresten ein neuer Palastkomplex, der im Wesentlichen die heute sichtbare Anlage bildet.

Der Neue Palast umfasste etwa 7.500 Quadratmeter. Er war um einen großen rechteckigen Zentralhof angeordnet und bestand aus vier Hauptflügeln. Rund um den Palast erstreckte sich eine planmäßig organisierte, aber relativ locker bebaute Stadt mit Wohnvierteln, Straßen, großen Häusern, Werkstätten und Friedhöfen.

Der Palast umfasste Verwaltungs- und Kultbereiche, Magazine, Werkstätten, Versammlungsräume, Wohnbereiche und aufwendige Anlagen zur Wasserversorgung. Die großen Magazine mit ihren Vorratsgefäßen weisen auf die Sammlung und Verteilung landwirtschaftlicher Erzeugnisse hin. Die Werkstätten belegen zugleich eine organisierte handwerkliche Produktion.

Der Palast wurde um 1450 v. Chr. zerstört, als zahlreiche minoische Zentren auf Kreta untergingen. Im Gegensatz zu Knossos wurde Malia nicht erneut als Palastzentrum genutzt. Durch die Aufgabe der Anlage blieben ihr Grundriss und große Teile ihrer Architektur ohne umfangreiche spätere Überbauung erhalten.

Die Ausgrabungen

Im späten 19. Jahrhundert zog das Gebiet westlich des Palastes Schatzsucher an, nachdem dort kleine Goldobjekte gefunden worden waren. Die Stelle wurde als Chrysolakkos, also „Goldgrube“, bekannt. Durch die unkontrollierten Grabungen gingen wertvolle archäologische Informationen und eine unbekannte Zahl von Fundstücken verloren.

Die erste systematische Ausgrabung des Palastes führte 1915 der Archäologe Joseph Hatzidakis durch. Seit den frühen 1920er-Jahren wird die Stadt von der Französischen Schule in Athen erforscht. Ihre Untersuchungen am Palast, in den Wohnvierteln und auf den Friedhöfen dauern bis heute an.

Der goldene Bienenanhänger

Der goldene Bienenanhänger aus Chrysolakkos bei MaliaDer goldene Bienenanhänger von MaliaDer bekannteste Fund von Malia ist der goldene Bienenanhänger aus dem Gräberfeld von Chrysolakkos, der um 1800 v. Chr. entstand. Dieses Meisterwerk der minoischen Goldschmiedekunst zeigt zwei einander zugewandte Bienen oder Wespen mit geöffneten Flügeln. Zwischen sich halten sie einen Honigtropfen oder eine kugelförmige Frucht.

Der Anhänger gehört zu den herausragendsten erhaltenen Werken der minoischen Goldschmiedekunst und wird heute im Archäologischen Museum von Heraklion ausgestellt. Seine feine Ausarbeitung veranschaulicht die hochentwickelten Techniken der minoischen Goldschmiede.

Ein Rundgang durch den Palast

Der große Zentralhof bildete den Mittelpunkt des Palastes und diente Versammlungen und zeremoniellen Handlungen. In seinem Zentrum ist ein großer Altar erhalten. Rund um den Hof waren die vier Hauptflügel der Anlage angeordnet.

Im Westflügel befanden sich die wichtigsten Verwaltungs- und Kultbereiche sowie ausgedehnte Magazine mit großen Vorratsgefäßen. In diesem Bereich liegt auch der berühmte Kernos von Malia, eine große runde Steinplatte mit zahlreichen flachen Vertiefungen. Sie stand vermutlich mit Opfergaben oder rituellen Handlungen in Verbindung.

Der Nordflügel enthielt Lagerräume und Werkstätten. In einem Raum des Palastes wurde ein Zeremonialgegenstand gefunden, der traditionell als „Königszepter“ bezeichnet wird. Solche Bezeichnungen sind konventionell und beweisen weder die Existenz eines bestimmten Königs noch eine ausschließliche Nutzung des Palastes als Herrscherresidenz.

Südwestlich des Palastes befindet sich die große Hypostyle Krypta, ein teilweise unterirdischer, von Pfeilern getragener Raum. Seine genaue Funktion ist nicht bekannt. Die ungewöhnliche Bauweise weist jedoch darauf hin, dass er im Leben der Stadt eine besondere Bedeutung besaß.

Rund um den Palast wurden mehrere Stadtviertel mit großen Wohnhäusern, Werkstätten und öffentlichen Bereichen ausgegraben, darunter die Quartiere M und Z. Ihre Ausdehnung und planmäßige Organisation zeigen, dass Malia nicht nur aus einem isolierten Palast bestand, sondern ein ausgedehntes städtisches Zentrum war.

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Weitere Informationen

Ort: Präfektur Heraklion
Typ: Alte Stadt, Palast
Zugang: Bus
Öffnungszeiten: Winter daily 8.00-15.30, except Monday, Summer daily 8.00-20.00
Eintrittspreis: 6€, reduced 3€
Website: odysseus.culture.gr
e-mail: [email protected]
Telefon: +30 2810 279241, +30 2810 279200, +30 2810 279100
Fax: +30 2810343574
Epoche: Minoische Epoche (3000 v. Chr. - 1200 v.Chr.)

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